Kolumne
In den letzten Stunden haben fast alle szenebildenden Blogs die eine Meldung kolportiert, kommentiert und teilweise skandalisiert: SixApart expandiert, in Richtung Japan und nach Europa. Schon bisher setzte das Paar Mena und Ben Trott, bzw. setzen das Paar und ihr Investor, Massstäbe. Geschaffen wurden so etwas sie Quasi-Standards für Weblog-Tools, auch wenn Röll und andere an der Effizienz der Skripts aus der Familie Trott heftig zweifeln.
Der Verbreitungsgrad von MovableType ist enorm und auch mit dem Weblog-Hosting-Service Typepad soll es ganz ordentlich vorwärts gehen, vernimmt man gerüchteweise. Und so steuern wir auf die alles entscheidende Frage zu: Wird SixApart die Blogwelt bald in einer Art dominieren, wie wir es ansonsten nur aus dem Betriebssystemgeschäft kennen?
Die Antwort: ein kräftiges Nein. Damit rechnen kann meines Erachtens nur, wer die aktuellen Entwicklungen verkennt. Erstens dürfte der Weblog-Trend in Europa - was seine quantitative Dimension betrifft - überschätzt werden. Zweitens haben sich in Europa bereits andere Tools und Hosting-Services etabliert. Drittens ist die Szene mit Open-Source-Lösungen und Gratis-Hostern bedient, die sich ebenfalls am Markt breit gemacht haben. Zuviel "Gratisarbeit" ist im Spiel. Und wer sich umschaut, welche Tools z. B. bei deutschsprachigen Weblogs verwendet werden, ist mit einer enormen Breite an Lösungen konfrontiert. Hinzu kommt viertens, dass Movable Type mit Expression Engine eine echte Konkurrenz erwächst. World Wide Movable?
Der Verbreitungsgrad von MovableType ist enorm und auch mit dem Weblog-Hosting-Service Typepad soll es ganz ordentlich vorwärts gehen, vernimmt man gerüchteweise. Und so steuern wir auf die alles entscheidende Frage zu: Wird SixApart die Blogwelt bald in einer Art dominieren, wie wir es ansonsten nur aus dem Betriebssystemgeschäft kennen?
Die Antwort: ein kräftiges Nein. Damit rechnen kann meines Erachtens nur, wer die aktuellen Entwicklungen verkennt. Erstens dürfte der Weblog-Trend in Europa - was seine quantitative Dimension betrifft - überschätzt werden. Zweitens haben sich in Europa bereits andere Tools und Hosting-Services etabliert. Drittens ist die Szene mit Open-Source-Lösungen und Gratis-Hostern bedient, die sich ebenfalls am Markt breit gemacht haben. Zuviel "Gratisarbeit" ist im Spiel. Und wer sich umschaut, welche Tools z. B. bei deutschsprachigen Weblogs verwendet werden, ist mit einer enormen Breite an Lösungen konfrontiert. Hinzu kommt viertens, dass Movable Type mit Expression Engine eine echte Konkurrenz erwächst. World Wide Movable?
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Kennst du das auch: Die permanente Angst, mit einem veralteten, nicht mehr weiter entwickelten, inkompatiblen Software-Tool plötzlich - sagen wir: unterzugehen? Der Alptraum träumt sich (wie jeder richtige Alptraum) ohne mein Zutun: Genau die wichtigste Anwendung ist unversehens hängen geblieben, nichts geht mehr, aus und vorbei. Oder mit Murphy: Wenn etwas nicht mehr funktioniert, ist es immer genau das, wovon dein Ueberleben jetzt abhängt.
Soweit so gut. Die Imagination dieses Alptraumes bewegt mich statistische dreimal jährlich, ein System, das "eigentlich" (noch) funktioniert, vorsorglich zu updaten. Das Ergebnis dieser Aktionen ist repetierbar: Fatal error. Das vermeintlich veraltete Tool muss nun über das instabile neue reinstalliert werden: Es geht um die Herstellung des "ursprünglichen" Zustandes. Die olympische Disziplin nennt sich: Deinstallation - Installation - Reinstallation. Das schöne daran ist, dass ich es in dieser olympischen Disziplin mittlerweile zu Gold bringe.
Soweit so gut. Die Imagination dieses Alptraumes bewegt mich statistische dreimal jährlich, ein System, das "eigentlich" (noch) funktioniert, vorsorglich zu updaten. Das Ergebnis dieser Aktionen ist repetierbar: Fatal error. Das vermeintlich veraltete Tool muss nun über das instabile neue reinstalliert werden: Es geht um die Herstellung des "ursprünglichen" Zustandes. Die olympische Disziplin nennt sich: Deinstallation - Installation - Reinstallation. Das schöne daran ist, dass ich es in dieser olympischen Disziplin mittlerweile zu Gold bringe.
Medienpädagogik ziele darauf ab, dem modernen Menschen, und dann zum Beispiel Schülerinnen und Schülern, dazu zu verhelfen, sich in der Medienwelt zurechtzufinden, die durch Medien vermittelten Informationen und Erfahrungen kritisch zu reflektieren und sich innerhalb einer von Medien bestimmten Welt selbstbewußt zu verhalten. Nun gut, was liesse sich nach einem ersten kurzen Nachdenken gegen solche Sinnstiftung einwenden?
Doch dann, im zweiten Anlauf, drängt sich die Frage auf: Wie bekommt Medienpädagogik die sozialen und psychologischen Phänomene in den Griff, die sich nicht am imaginierten Aktor (z. B. am selbstbewussten Medienkonsumenten) abarbeiten lassen? Die Antwort könnte sein: Medienpädagogik muss diese Phänomene gar nicht in den Griff bekommen, aber sie könnte sie beschreibend nutzen. Medien schaffen Ordnungen, die als Ordnungen alltagsnah nicht erkennbar und nicht reflektierbar sind. Medien sind nicht simpel vis-a-vis einer aussermedialen Realität zu beschreiben. Gerade die Realitätsförmigkeit der Medienwelt und und Medienförmigkeit der Realität schafft eine Komplexität, die gegen einfache medienpädagogische Zielsetzungen spricht.
Doch dann, im zweiten Anlauf, drängt sich die Frage auf: Wie bekommt Medienpädagogik die sozialen und psychologischen Phänomene in den Griff, die sich nicht am imaginierten Aktor (z. B. am selbstbewussten Medienkonsumenten) abarbeiten lassen? Die Antwort könnte sein: Medienpädagogik muss diese Phänomene gar nicht in den Griff bekommen, aber sie könnte sie beschreibend nutzen. Medien schaffen Ordnungen, die als Ordnungen alltagsnah nicht erkennbar und nicht reflektierbar sind. Medien sind nicht simpel vis-a-vis einer aussermedialen Realität zu beschreiben. Gerade die Realitätsförmigkeit der Medienwelt und und Medienförmigkeit der Realität schafft eine Komplexität, die gegen einfache medienpädagogische Zielsetzungen spricht.
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Microsoft ist es gelungen, eine marktbeherrschende Stellung in vielen Bereichen des IT-Marktes einzunehmen. Dabei zeigt der Blick zurück, dass Microsoft in historischen Schlüsselsituationen immer wieder die richtigen Strategien wählte oder, wie beim Internet, bei Fehlentscheidungen zu raschen Korrekturen fähig war. Das ist die Verdienstseite.
Die Schattenseite dieser Dominanz ist, mindestens soweit ich das beurteilen kann, das teilweise dramatisch schlechte Image von Microsoft. Wo ich im Bildungsbereich auch hinkomme: Sobald es um Microsoft geht, sind die (Vor-)Urteile klar. Der Bildungsbereich ist insofern von spezieller Bedeutung, als dort die künftigen Entscheidungsträger und -trägerinnen ihr IT-Weltbild formen. Oder, das zweite Beispiel: In der Internet-Community kommt es immer wieder zu Abwehrreflexen, sobald nur im Anflug Microsoft-Sphären betreten werden. Weitere Beispiele müssten nicht lange gesucht werden.
Vielleicht ist Microsoft daran, die wesentlichen Erkenntnisse über Images zu relativieren, um uns zu beweisen, dass ein schlechtes Image (ausgerechnet ein schlechtes Image) zum Erfolg führen kann. Zweifel an einer solchen Logik sind berechtigt. Images wirken langfristig - und die Folgen ungünstiger Images sind (erst) langfristig wirksam. Microsoft wird sich - mehr als heute absehbar - mit dem sozialen Phänomen auseinandersetzen müssen, teilweise (!) zur Projektionsfläche für das IT-Böse geworden zu sein.
Die Schattenseite dieser Dominanz ist, mindestens soweit ich das beurteilen kann, das teilweise dramatisch schlechte Image von Microsoft. Wo ich im Bildungsbereich auch hinkomme: Sobald es um Microsoft geht, sind die (Vor-)Urteile klar. Der Bildungsbereich ist insofern von spezieller Bedeutung, als dort die künftigen Entscheidungsträger und -trägerinnen ihr IT-Weltbild formen. Oder, das zweite Beispiel: In der Internet-Community kommt es immer wieder zu Abwehrreflexen, sobald nur im Anflug Microsoft-Sphären betreten werden. Weitere Beispiele müssten nicht lange gesucht werden.
Vielleicht ist Microsoft daran, die wesentlichen Erkenntnisse über Images zu relativieren, um uns zu beweisen, dass ein schlechtes Image (ausgerechnet ein schlechtes Image) zum Erfolg führen kann. Zweifel an einer solchen Logik sind berechtigt. Images wirken langfristig - und die Folgen ungünstiger Images sind (erst) langfristig wirksam. Microsoft wird sich - mehr als heute absehbar - mit dem sozialen Phänomen auseinandersetzen müssen, teilweise (!) zur Projektionsfläche für das IT-Böse geworden zu sein.
groebel - am So, 31. Aug. 2003, 16:07 - Rubrik: Kolumne